Vordächer haben Kräfte aus Eigengewicht und aus den auf das Vordach einwirkenden Kräften nach <EN 1991> aufzunehmen. Vordächer sind keine geschlossenen Bauwerke. Es treten hier verstärkt Wind- und Sogkräfte auf. Die Kräfte sind in die anschließenden Bauteile einzuleiten. Der Metallbauer hat deshalb eigenverantwortlich Materialwahl und Dimensionierung aufgrund dieser Kräfte vorzunehmen. Es empfiehlt, sich eine statische Berechnung vorzunehmen.

 

Bauaufsichtlich zugelassene Systeme

Von Systemhersteller zu beziehende Vordächer besitzen teilweise eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung.

Die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung ist auf bestimmte Materialien, Minimal- und Maximalabmessungen,  Materialdicken, Befestigungsmittel und Befestigungsarten begrenzt. 

Es darf hier keinerlei Veränderungen gegenüber dem System vorgenommen werden.

Die Anwendung und Montage dieser „Systemvordächer“ darf deshalb nur innerhalb der Zulassung erfolgen.

 

Untergrund für Befestigung des Vordachs

Die Art der Befestigung hängt von der Form des Vordaches und den Möglichkeiten der Befestigung an der Hauswand ab (Mauerwerk, Beton, Wärmedämmverbundsystem, vorgehängte hinterlüftete Fassade usw.).

Bei zugelassenen Systemvordächer hängt die Befestigung von der Zulassung ab.

 

Dübelbefestigung

Die Auswahl der Dübel ist auf die einwirkenden Kräfte und auf den Werkstoff, in den der Dübel einzusetzen ist, abzustimmen. Es dürfen nur Dübel mit allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung eingebaut werden. Es ist dringend zu beachten, dass nur Dübel verwendet werden, die ein Zulassung für die Verwendung „im Freien“ besitzen, das heißt aus nichtrostendem Stahl bestehen.

Bei Wärmeverbundsystemen ist inbesondere auf die richtige Auswahl der Dübel mit Distanzen oder druckfeste Platten zu beachten, damit die Wärmedämmung nicht zusammengedrückt wird .

Dies kann sehr aufwändig und mit bis 50.- Euro pro Bohrung relativ kosteninsentiv sein.

 

Entwässerung

Die Entwässerung ist schon bei der Planung des Vordachs in die Überlegungen einzubeziehen. Wasser, Schnee und Eis sind sicher nach außen abzuleiten. Schäden an der Außenwand des anschließenden Gebäudes sind zu verhindern. Die Wasserableitung kann direkt, ohne Rinne erfolgen, es kann eine vordere Rinne mit seitlichem Wasserspeier oder eine Rinne mit Fallrohr eingebaut werden.

Das Gefälle des Vordachs sollte in der Regel nicht gegen das anschließende Gebäude zeigen. Wird ein Vordach mit Gefälle gegen das Gebäude hin geplant, so muss auf eine einwandfreie Wasserableitung und Entwässerung geachtet werden, eine Durchfeuchtung des Gebäudes durch Regenwasser oder Schneesäcke ist zu vermeiden. Öffnungen im Vordach, die das Einnisten von Insekten wie z. B. Wespen ermöglichen können, sind selbstverständlich auch zu vermeiden.

 

Korrosionsbeständigkeit

Es sind nur Materialien zu verwenden, die korrosionsbeständig sind oder einen dauerhaften Korrosionsschutz erhalten. Auf Spalt- oder Kontaktkorrosion ist zu achten.

Bei Stahl mit Beschichtung ist darauf zu achten, dass alle Flächen frei zugänglich und vollflächig beschichtet werden können. Feuerverzinkte Konstruktionen sind nach <EN ISO 1461> zu gestalten, eine Kombination mit Beschichtung im Duplex-Verfahren ist empfehlenswert.

Befestigungsmittel wie Schrauben sind, genauso wie die Dübel, aus nichtrostendem Stahl einzubauen.