Geländer sind absturzsichernde Bauteile, die vorgesehen werden müssen, wenn bei unterschiedlichen Höhen von aneinandergrenzenden „Verkehrsführungen“, Gefahr für Leib und Leben zu befürchten ist. Die Anforderungen an die Konstruktion sind von Einbauart und Situation abhängig. Es wird unterschieden z. B. in Geländer für den privaten Wohnungsbau, Geländer für den Industriebau, Arbeitsstätten oder Geländer für öffentliche Bauten, Schulen, Kindergarten und Versammlungsstätten.

In diesem Beitrag werden nur Geländer für den privaten Wohnungsbau beschrieben.

Im privaten Bereich gelten die Anforderungen der Landesbauordnung der Bundesländer. In den 16 LBO´s sind zum Teil unterschiedliche Anforderungen an Geländerhöhen, Ausfachung oder Abstände festgelegt.

 

Frontal- und Seitenansicht eines Geländers mit Bezeichnungen
Frontal- und Seitenansicht eines Geländers mit Bezeichnungen

 

Handlauf
Dient dem sicheren Begehen von Treppen und ist zumeist aus gut greifbarem Profil in Geländerlängsrichtung angeordnet. Bei Treppengeländern kann es vorkommen, dass der Handlauf nicht mit der Oberkante des Geländers identisch ist.

Pfosten
Senkrechter Teil, an welchem üblicherweise alle anderen Geländerteile befestigt werden. Er hat die Aufgabe, alle am Geländer angreifenden Biegemomente und Kräfte in die Verankerung einzuleiten.

Ankerplatte
Auch Fußplatte, Befestigungsplatte. Unterster Teil des Pfostens; dient zur Befestigung des Geländers am Baukörper.

Schwert
Senkrechte Platte zwischen Pfosten und Fußplatte. Dient als Distanz- bzw. Abstandhalter.

Kragarm
Waagerechter Geländerteil am unteren Ende des Pfostens bei Montage von unten an den Baukörper.

Obergurt
Parallel zum Handlauf verlaufender oberer Geländerteil zur Aufnahme von Füllstäben und Staketen.

Untergurt
Parallel zum Handlauf verlaufender unterer Geländerteil zur Aufnahme von Füllstäben und Staketen.

Stakete
Meist senkrechte Stäbe, die der Geländerfüllung dienen. Werden üblicherweise zwischen Obergurt und Untergurt angebracht.

Füllung
Auch Ausfachung. Teile zwischen Handlauf und Pfosten, die ein Durchfallen verhindern. Kann aus senkrechten oder horizontalen Stäben, Planken, Seilen oder Paneelen bestehen.

Bekleidung
Meist vollflächige Füllung mit Holz-, Glas- oder Blechtafeln. Oftmals werden auch spezielle Produkte für den Geländerbau eingesetzt, die vom Systemlieferant angeboten werden.

Riegel
Parallel zum Handlauf verlaufender Geländerteil zur Aufnahme von vollflächiger Bekleidung, wenn diese nicht am Pfosten angebracht sind.

Fußleiste
Bei Geländern im gewerblichen Bereich geforderte Leiste, die vom Bodenniveau ohne Zwischenraum nach oben emporragt. Dient zur Hinderung des unkontrollierten Abgleitens mit dem Fuß und verhindert das Herabfallen von Gegenstände.

Kniestab
Parallel zum Handlauf verlaufender Füllstab, der als Mindestanforderung an die Absturzsicherung erforderlich ist.